Thüringer Hochschulräte wenden sich mit gemeinsamem Positionspapier an Wissenschaftsminister Tiefensee

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In der „Hochschulstrategie Thüringen 2020“ ist als klare Finanzierungszusage an die Hochschulen im Freistaat formuliert: Ab 2016 sollen nicht nur die jährlichen wissenschaftsspezifischen Kosten- und Tarifsteigerungen der Hochschulen vollständig ausfinanziert werden. Auch ein zusätzliches Budget in Höhe von einem Prozent wird den Hochschulen im Land zugesagt.

Diese Selbstverpflichtung der Landesregierung findet bei den Hochschulräten Thüringens breite Zustimmung. „Wir begrüßen die in der Hochschulstrategie 2020 formulierte Finanzierungszusage entsprechend den Empfehlungen des Wissenschaftsrates“, unterstreicht der Vorsitzende des Universitätsrates der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dr. Josef Lange. Allerdings benötigten die Thüringer Hochschulen dringend klare und verlässliche Aussagen über die ihnen in den kommenden Jahren konkret zur Verfügung stehenden Mittel, um planen zu können.

Daher unterstützen die Vorsitzenden der neun Thüringer Hochschulräte, dass die neue Landesregierung nun Verhandlungen mit den Hochschulen für eine mehrjährige Hochschulfinanzierung aufgenommen hat. In ihrer jüngsten Sitzung in dieser Woche in Jena haben die Hochschulrats-Vorsitzenden ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet, das sie Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee für die aktuellen Verhandlungen übermittelt haben.

Im Einzelnen weisen die Hochschulräte in ihrem Papier darauf hin, dass die Selbstverpflichtung des Landes in den jetzt laufenden Verhandlungen mit den Hochschulen umgesetzt werden müsse. Vor allem benötigten die Hochschulen „ein Finanzierungsmodell, das im Vergleich zum bisherigen Modell einen deutlich größeren Anteil verlässlicher Grundfinanzierung des Landes (mindestens 90 Prozent)“ enthalte. Nur so könnten sie ihre unterschiedlichen Aufgaben angemessen erfüllen, heißt es in dem Positionspapier weiter. Zugleich müssten den Hochschulen über ein flexibles Budget Handlungsspielräume ermöglicht werden, um auf neue Wissenschaftsentwicklungen oder in ihrer Berufungspolitik reagieren zu können.

Unabdingbar für eine leistungs- und konkurrenzfähige Thüringer Hochschullandschaft, so machen es die Hochschulräte deutlich, sei zudem eine angemessene Infrastruktur sowohl bei Gebäuden als auch hinsichtlich der apparativen und informationstechnischen Ausstattung der Hochschulen. Um diese zu sichern, sollten beispielsweise die durch die Übernahme der BAföG-Finanzierung durch den Bund frei gewordenen Landesmittel eingesetzt werden.

„Wir bitten die Landesregierung, diese Hinweise bei den aktuellen Verhandlungen mit den Hochschulen zu berücksichtigen“, sagt der Jenaer Uniratsvorsitzende Dr. Lange auch im Namen seiner Thüringer Kollegen. Man hoffe, darüber mit Minister Tiefensee und anderen zuständigen Politikern ins Gespräch zu kommen.

H&H Makler