Yoga vor dem Tiger und ein altägyptischer Rap – Kulturagenten zu Besuch in Gotha

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Yoga vor dem Tiger: die Tänzerin Maja Kowol ahmt mit den Schülerinnen typische Tierbewegungen in der Ausstellung „Tiere im Turm“ nach.

Die meisten der etwa 100 Schüler aus der Regelschule Straußfurt, die am Dienstag und Mittwoch Gotha besucht haben, waren noch nie in einem Museum gewesen. Durch das Projekt „Kulturagenten für kreative Schulen“ sollte sich das nun ändern. Diese Woche stand für die ganze Schule Kultur an außerschulischen Lernorten auf dem Programm – organisiert über die LKJ Erfurt (Landeskulturelle Jugendbildung), die Fahrtkosten wurden durch das Land Thüringen finanziert. Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha war dabei das Ziel von fünf Gruppen. Gemeinsam mit Künstlern und ihren Lehrern eroberten sie Schloss und Herzogliches Museum.

Der in Berlin lebende Rapper Norman Sinn zum Beispiel ließ sich von der ägyptischen Sammlung inspirieren. Über den Kulturagenten, der schon mehrmals mit Clueso aufgetreten ist und vor einigen Jahren noch sein Studio im Erfurter Zughafen hatte, entdeckten auch Altertumsmuffel einen Zugang zum Museum: Textend und tanzend – bzw. movend – zu altägyptischen Gottheiten fanden sie sich nach dem Ausstellungsbesuch wieder, denn manche Darstellungsformen der alten Ägypter eignen sich dann doch für eine Performance. Ältere erinnern sich vielleicht noch an das Musikvideo „Walk like an Egyptian“…

Eine andere Gruppe inspizierte mit der freien Puppenspielerin Kerstin Wiese, die auch schon als Klinikclown tätig war, das Ekhof-Theater. Die Tänzerin Maja Kowol faszinierte eine Gruppe Mädchen, die in der Ausstellung „Tiere im Turm“ typische Tierbewegungen nachtanzten – vom Katzenbuckel bis hin zu Schleichbewegungen. Kulturagent Andreas Bauer, Maler aus Erfurt, war von den frühen Einblattdrucken begeistert, die den Schülern als Faksimiledrucke gezeigt wurden. Die Ungerechtigkeiten unter den Menschen – verpackt in Tierfabeln – erwiesen sich auch nach 500 Jahren noch als aktuell und wurden in einem selbstgemachten kleinen Buch verarbeitet.

In den kommenden Tagen sollen die Anregungen, die sich Künstler, Lehrer und besonders die Schüler in Gotha geholt haben, gebündelt und in einem Abschlussprojekt am Freitag vollendet werden. Unterstützt wurden die Künstler und Jugendlichen von den Museumspädagoginnen Heike Faber-Günther, Petra Hill und Gabriele Roth. Und am Ende fanden alle, dass das Museum immer wieder neu entdeckt werden kann. Und zum Abschluss „Es war richtig toll…“ nicht nur einmal von den Schülern zu hören war auch – toll!

MSB Kommunikation

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