Indische Studentin erhält DAAD-Preis für ausländische Studierende der Universität Jena

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Indische Bachlorstudentin Aradhana Vijay, Bereich Germanistik und Interkulturelle Wirtschaftskommunikation Friedrich-Schiller-Universität Jena, aufgenommen am 04.07.2019. Foto: Anne Günther/FSU

Mit Mut zum Abenteuer und einem Talent für Sprache

Jena (tbx/FSU) Als sie ihren Abschluss in Mathematik erhielt, stand Aradhana Vijay vor einer schweren Entscheidung: Sollte sie weiter eine Karriere als Mathematikerin in Indien anstreben oder lieber ihrer Leidenschaft für Sprachen nachgehen und ein zweites Studium im Ausland beginnen? Die junge Inderin entschied sich für die weite Welt, besuchte einen Sprachkurs in Deutschland und schrieb sich danach an der Friedrich-Schiller-Universität Jena für die Fächer Germanistik und Interkulturelle Wirtschaftskommunikation ein. Zwei Jahre später steht für die heute 23-jährige Bachelorstudentin fest, dass sie damals den richtigen Weg gewählt hat. Das zeigt sich auch an ihren besonderen Leistungen in- und außerhalb der Universität, für die sie den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für ausländische Studierende erhält. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird am 24. Oktober während der Feierlichen Immatrikulation an der Universität Jena überreicht.

„Es ist schön, eine solche Anerkennung zu bekommen für das, was ich in den vergangenen Jahren gemacht habe“, freut sich Vijay über den Preis. „Ganz besonders deshalb, weil es nicht einfach ist, wenn man aus einer anderen Kultur nach Deutschland kommt und bei Null beginnen muss.“ Von ihren Anfängen in Jena berichtet sie fließend und akzentfrei – obwohl sie nur für drei Jahre Deutsch gelernt hat. Dieses besondere Talent für Sprache, zusammen mit ihrer freundlichen und mitreißenden Art, haben offensichtlich dazu beigetragen, dass sie schnell in der Stadt und an der Universität Fuß fassen konnte.

Interkultureller Austausch zwischen Indien und Deutschland

Freunde fand Vijay nicht nur unter den Kommilitoninnen, sondern dank ihres vielfältigen Engagements auch abseits des Studiums. So schloss sie sich etwa der indischen Studierendengruppe an und trug als Mitorganisatorin des hinduistischen Lichterfests Diwali zur Verständigung zwischen den Kulturen bei. Bei dem Fest trat sie selbst auf und gab klassischen indischen Gesang zum Besten – eine Tradition in ihrer Familie. Darüber hinaus engagiert sie sich im Jenaer Verein Tausend Taten e. V. und betreut ehrenamtlich Demenzkranke, die vom Austausch mit einer jungen Frau anderen kulturellen Hintergrunds profitieren.

Ein Nebenjob zwischen den Kulturen

Die berufliche Weiterentwicklung verliert Aradhana Vijay trotzdem nicht aus dem Blick: Als Hilfskraft im Career Point der Universität Jena unterstützt sie andere Studierende bei der Karriereplanung. Außerdem absolvierte sie ein Praktikum bei einer Thüringer Firma und machte ihre Arbeit so gut, dass ihr anschließend ein Nebenjob angeboten wurde. In dem Job übersetzt sie Texte aus dem Deutschen in ihre Heimatsprache Hindi. Einmal nahm sie sogar an einer Geschäftsreise nach Indien teil. Die interkulturelle Kommunikation, die Vijay bei dieser Arbeit leistet, ist auch der Bereich, in dem sie ihre berufliche Zukunft sieht.

Um ihre Ziele zu erreichen, will sie nach dem Bachelor-Abschluss ihr Studium an der Universität Jena mit dem Master „Interkulturelle Personalentwicklung und Kommunikationsmanagement“ fortsetzen. Zuvor muss sie aber eine weitere schwere Entscheidung treffen: Was stellt sie mit dem Preisgeld an, das sie zusammen mit der Auszeichnung erhält? „Vielleicht reise ich damit so weit nach Norden, bis ich die Polarlichter sehen kann“, überlegt Vijay schmunzelnd. „Seit ich in der Schule einen Vortrag über sie gehalten habe, stehen sie ganz oben auf der Liste der Dinge, die ich gerne einmal sehen möchte.“

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