Filmpräsentation „Schläfer“ im Rahmen der Filmreihe „BrandSchutz“ am 21. Januar

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Jena (FSU/US). Das mehrteilige Projekt „BrandSchutz // Mentalitäten der IntoIeranz“ des Lehrstuhls für Kunstgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Jenaer Kunstvereins hat im vergangenen Herbst nicht nur eine große Ausstellung zeitgenössischer Kunst an verschiedenen Orten in Jena gezeigt.

Ergänzt wird das Projekt u. a. durch eine Filmreihe, die verschiedene Facetten intoleranter Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft beleuchtet. Ein Höhepunkt dieser Reihe wird die Präsentation des Filmes „Schläfer“ von Benjamin Heisenberg sein. Am kommenden Dienstag (21. Januar) ist der Film um 18 Uhr im Jenaer Schillerhof zu sehen. Der renommierte deutsche Regisseur wird persönlich anwesend sein und in einer anschließenden Publikumsdiskussion Fragen beantworten und Auskünfte zu seiner filmischen Arbeit geben.

„,Schläfer‘ ist ein Film über einen gesellschaftlichen Zustand der Verunsicherung, mehr als über die Gefahr durch den islamischen Terror oder die Schuld oder Unschuld einzelner Charaktere“, sagt Regisseur Heisenberg. Als Abschlussarbeit 2005 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München gedreht, machte der Regisseur mit diesem Filmdebüt unter anderem auf dem Internationalen Filmfestival in Cannes auf sich aufmerksam.

„Schläfer“ setzt sich mit der Gesellschaft nach dem 11. September 2001 auseinander. Die demokratische Freiheit scheint durch islamistischen Terror bedroht. In der Folge sind mehrere Antiterrorgesetze verabschiedet worden, die das Eingreifen in die Privatsphäre jedes Menschen allein aufgrund eines einfachen Verdachtsmoments ermöglichen.

Im Mittelpunkt des Films steht ein junger Virologe, der vom Verfassungsschutz gebeten wird, Informationen über einen algerischen Kollegen, einen sogenannten „Schläfer“, weiterzureichen. Aus ethischen Gründen lehnt der zunächst als gutmütig, intelligent und integer dargestellte Mann dies zwar ab, doch der Keim des Misstrauens und Zweifels ist gesät und prägt den Blick des Protagonisten auf seinen Kollegen von nun an ebenso wie den der Zuschauerinnen und Zuschauer im Kinosaal.

„Benjamin Heisenberg hat das Porträt einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft geschaffen, in der jeder zum Verräter werden kann“, erläutert Dr. Claudia Tittel von der Uni Jena, die den Filmabend moderieren wird. In den Filmen des 1974 in Tübingen geborenen Künstlers, der vor seinem Regiestudium als freier Bildhauer an der Akademie der Künste in München ausgebildet wurde, stehen Momente des Sehens und Beobachtens sowie der distanzierte Blick auf das Filmgeschehen.

„Ein Markenzeichen sind die langen Kameraeinstellungen, die Zurücknahme gängiger Dramatik sowie der Fokus auf alltägliche Handlungen“, so Dr. Tittel weiter. Heisenberg werde damit der sogenannten neuen „Berliner Schule“, einer jüngeren Generation von Regisseuren in Deutschland, zugeordnet, die in der französischen Presse auch als „Nouvelle Vague Allemande“ bezeichnet wird, da sie stilistische Gemeinsamkeiten mit der Nouvelle Vague der 1960er Jahre aufweist. Für sein filmisches Schaffen wurde Heisenberg mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet.

 

Terminhinweis:

Filmpräsentation „Schläfer“ und anschließende Diskussion mit dem Regisseur Benjamin Heisenberg, Moderation: Dr. Claudia Tittel

Dienstag, 21. Januar, 18 Uhr

Kino im Schillerhof (Helmboldstr. 1, 07749 Jena)

Ticketreservierung unter www.schillerhof.org oder telefonisch 03641 / 523653 (Mo-Fr ab 16 Uhr, Sa und So ab 14 Uhr)

 

Weitere Informationen und Programm der Filmreihe unter: www.brandschutz.uni-jena.de

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