Im März erste Untersuchungen innerhalb des Zertifizierungsvorgangs

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Die frische Luft in, um und über Tabarz kommt in Kürze ganz offiziell auf den Prüfstand. In der ersten Märzwoche beginnen im Kneipp-Kurort lufthygienische Detailmessungen, die das Fundament für ein darauf aufbauendes lufthygienisches Gutachten bilden werden.

Der Messzeitraum umfasst zwölf Wochen, wird also Ende Mai sein Ende finden. Das erwähnte Gutachten ist essentielle Voraussetzung für die demnächst anstehende Aufwertung des seit fünfzehn Jahren als Kneipp-Kurort ausgewiesenen Tabarz zum Kneipp-Heilbad. Der Tabarzer Gemeinderat hatte bereits am 3. September des Vorjahres entschieden, dass der Kurort ab 2015 die Erlangung des Titels „Heilbad“ anstreben solle. Nun leitete Bürgermeister David Ortmann erste Maßnahmen ein, um dieses Ziel auch wirklich erreichen zu können. Es gelte, so Ortmann, keine Zeit zu verlieren. Denn bereits im Jahre 2016 soll und muss der Zertifizierungsprozess abgeschlossen sein. Im Erfolgsfalle hieße das für den 4000-Seelen-Ort, nach sieben Jahrzehnten wieder den Titel „Bad“ – in diesem Falle sogar „Heilbad“ – im Ortsnamen führen zu dürfen.

Jedoch werden die demnächst zu erstellenden lufthygienischen und bioklimatischen Gutachten nur die ersten Expertisen in einer Reihe weiterer Bewertungen sein. Ein solcher Zertifizierungsprozess, das wissen die Tabarzer Kneipp-Aktivisten natürlich, ist weder Spaziergang noch Zuckerschlecken. Trotzdem blicken Badearzt Dr. Sigurd Scholze und Bürgermeister Ortmann – zwei ausdrückliche Befürworter des Wagnisses – besagter Prädikatisierung zum Heilbad mit Selbstvertrauen entgegen. Auf starke Partner wird verwiesen, auf einflussreiche Personen und renommierte Verbände, die den Tabarzern mit Sympathie, Fachwissen und tätiger Solidarität zur Seite stehen wollen. So konnte, um ein prominentes Beispiel namentlich zu nennen, mit Achim Bädorf der Präsident des Bundesverbandes deutscher Kneippheilbäder bzw. Kneippkurorte als Mentor und Motor gewonnen werden.

Nicht minder wichtig wird für das Projekt auch die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dr. Dipl.-Ing Jürgen Kleinschmidt einzuordnen sein. Der emeritierte Professor, seinerzeit an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität lehrend, reist zu Märzbeginn in Tabarz an, um die Installation der Luftmessstation zu überwachen und den Messbetrieb einzuleiten. Prof. Kleinschmidt wird übrigens nicht nur die bioklimatischen Tagesdaten protokollieren, sondern auch deren gutachterliche Bewertung vornehmen. An renommierter wie kompetenter Mitwirkenden wird es also nicht fehlen.

Ist das der Grund, weshalb Bürgermeister Ortmann so optimistisch verlauten lässt, das Vorhaben, Tabarz zum Heilbad befördern zu lassen, sei keine Spinnerei, sondern ein realistisches Ansinnen? Ortmann begründet seine Zuversicht mit einem „deutlich spürbaren gemeinschaftlichen Engagement vieler Tabarzer für den Prädikatisierungsplan“. Es bleibt den Einwohnern wohl auch nichts Anderes übrig. Tickt doch für den bisherigen Kneipp-Kurort nach nunmehr fast fünfzehn Jahren sowieso die Uhr. Im Jahre 2016 stünde nämlich ohnehin die Prüfung, Verteidigung und Neuerteilung des Prädikates „Kneipp-Kurort“ ins Haus. Tabarz sähe sich demnach so oder so genötigt, einem neuerlichen Prüfungsprozess standzuhalten. Das hat nicht nur ideelle, sondern (wie so oft) ganz handfeste, sprich: finanzielle Gründe. Ohne eine erneuerte Zertifizierung dürfte der Kurort nämlich weder Kur- noch Fremdenverkehrsbeiträge erheben. Und die schlagen in summa jährlich mit runden 200 000 Euro zu Buche. Die Gemeinde, so argumentiert denn auch der Bürgermeister, sei also schon deshalb in der Pflicht, den Prädikatisierungsvorgang so gut wie möglich vorzubereiten. Ob es am Ende für den Titel „Heilbad“ reichen kann und wird, wird indes anderwärts entschieden. Eine erfolgreiche Zertifizierung wäre ein bemerkenswerter Erfolg für Tabarz. Er wäre nachgerade eine wirkliche, aber nicht unverdiente Sensation.

MSB Kommunikation