Theologische Fakultät der Universität Jena lädt zum öffentlichen Studientag am 8. Juni ein

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Jena (JP) „Lasst euer Licht leuchten.“ Der Leitsatz des diesjährigen Studientages der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) stammt aus der Bergpredigt. Er bezieht sich auf die Jünger Jesu, denen der Sohn Gottes aufgetragen hatte, gute Werke zu vollbringen.

Um die guten Werke theologischer Forschung und Lehre wird sich auch der Studientag am 8. Juni drehen. Eröffnet wird er um 9 Uhr im Senatssaal des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1) von Prorektor Prof. Dr. Herbert Witte mit einem Vortrag zum „Forschungsprofil der FSU“. Anschließend erhält die interessierte Öffentlichkeit durch ausgewählte Vorträge einen Einblick in aktuelle theologische Forschung.

Prof. Dr. Uwe Becker und Prof. Dr. Hannes Bezzel werden über „Theologiegeschichte als Literaturgeschichte. Forschung am Alten Testament“ referieren. Sie wollen darstellen, „wie sich die Entstehungsgeschichte der biblischen Schriften als theologische Diskussion verstehen lässt“. „Die Rekonstruktion dieser Entstehungsgeschichte zeigt, wie zentrale theologische und philosophische Fragen, etwa die nach dem Verhältnis von Schuld und Vergeltung, von antiken Denkern in der Auseinandersetzung mit den überlieferten Auffassungen von ihrem jeweiligen historischen Standpunkt aus immer wieder neu durchdacht und in die Schriften eingetragen wurden“, erläutert der Juniorprofessor für Altes Testament Hannes Bezzel. Die Theologen sprechen über aktuelle Forschungsprojekte, wie die Arbeit zum Jeremiabuch von Prof. Becker, die kurz vor dem Abschluss steht, oder das Projekt zu König Saul, mit dem sich Prof. Bezzel seit über zwei Jahren beschäftigt. „Die Beispiele werden mehr den Charakter eines ,Blicks in die exegetische Werkstatt‘ haben“, so Bezzel. Ihr Vortrag beginnt um 9.30 Uhr.

In den Medien dreht sich beim Thema Religion vieles um Fanatismus und Gewalt. „Doch Frieden und Versöhnung stehen tatsächlich im Zentrum der Religion“, ist sich Prof. Dr. Martin Leiner sicher. Der Jenaer Professor für Systematische Theologie will in seinem Vortrag „Praxis der Versöhnung in systematisch-theologischer Perspektive“ auf eine Reihe von interdisziplinären Forschungsprojekten aufmerksam machen, die von diversen Stiftungen unterstützt werden. „Es ist ein weltweites Phänomen, dass Versöhnung stattfindet. Und diesen Fakt haben wir global erforscht“, erklärt Prof. Leiner, etwa am Beispiel afrikanischer Friedens- und Versöhnungskommissionen. Außerdem wird Prof. Leiner eine Summer School vorstellen, die im Juli 2011 zum zweiten Mal in Jena stattfinden wird. Das diesjährige Thema „Gesellschaften im Übergang. Schwarzafrika zwischen Konflikt und Versöhnung“ wollen die Akteure ins öffentliche Bewusstsein bringen. Zwei weitere Summer Schools zum Nahen Osten und zum östlichen Asien sind bereits geplant. Der Vortrag von Prof. Leiner findet von 11.15-11.45 Uhr statt.
Vier weitere Vorträge komplementieren bis 14 Uhr den Studientag der Theologischen Fakultät, zu dem die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist.

Das Programm ist zu finden unter: http://www.uni-jena.de/unijenamedia/Downloads/faculties/theo/Studientag_2011.pdf.

Im Anschluss an den Studientag wird Dr. Waltraut Bernhardt mit einer kleinen Feier verabschiedet. Waltraut Bernhardt war 30 Jahre lang Hebräischlektorin und hat die Theologische Fakultät sowie Generationen von Studierenden und Pfarrern mit geprägt. Rechnet man ihre Studienzeit und sonstige Assistententätigkeiten ein, war Waltraut Bernhardt über 50 Jahre lang kontinuierlich an der Universität Jena – also Zeitzeugin für ein halbes Jahrhundert Universitätsgeschichte.

Der Jenaer Theologe Prof. Dr. Martin Leiner wird beim Studientag am 8. Juni auch die diesjährige Summer School zum Thema „Gesellschaften im Übergang. Schwarzafrika zwischen Konflikt und Versöhnung“ vorstellen.
(Foto: Anne Günther/FSU)

Publiziert am 25.05.2011, 10:31 Uhr

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